Konsumästhetik

Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen

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Dissertationsprojekt von Antonia Wagner

Konsum und Gender

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Etablierte sich das Damenfahrrad bereits Ende des 19.Jahrhunderts, finden sich Bratwürste extra für Frauen erst seit ein paar Jahren im Supermarktangebot. „Gendered objects“ (Pat Kirkham) begegnen wir tagtäglich im Supermarkt, oft müssen sich die Konsument_innen beispielsweise zwischen rosa und blau oder schwarz und weiß, Piraten und Prinzessinnen entscheiden. Die Produkte explizit für Frauen und für Männer werden immer wieder als Folge der Unternehmensinteressen gesehen, ihre Zielgruppen zu erweitern und die Frauen, die mittlerweile ihr eigenes Geld verdienen, für sich zu gewinnen. Dabei beziehen sich die Unternehmen auf die anderen Bedürfnisse, Wünsche, etc. der Frauen im Gegensatz zu jenen der Männer. Während einerseits die Produkte für Frauen als notwendig für eine ihnen gerechter werdende Alltagskultur gesehen werden, kritisieren andere eine essentialistisch-biologische Begründung der weiblichen Rollenklischees.

Die Frauenbewegung und die feministischen bzw. Gender Studies haben diese Phänomene unserer Alltagskultur und die Rollen der Konsument_innen aus unterschiedlichen, oft konträren Perspektiven, immer wieder aufgegriffen und thematisiert. Insbesondere das Thema Werbung und die Darstellung von Frauen wurden vielfach und wiederholt von Feminist_innen kritisiert, dabei die Folgen von sexistischen Darstellungen in der Konsumkultur ebenso wie in Film, Fernsehen und Kunst für die subjektive Körperwahrnehmung vor allem junger Frauen betont. Aber auch „gendered products“ und die Gendercodierungen von Objekttypen hinsichtlich ihrer Bedeutungszuschreibungen wurden untersucht. Dennoch, so scheint es, hat das Thema Konsum eine randständige Position innerhalb der feministischen Forschung inne.

Ausgehend von der Beobachtung, dass die Konsumkultur in ausgeprägtem Maße gendert, möchte ich in meiner Dissertation die Diskurse, Bedeutungszuschreibungen, die Vermeidung und die Bezugnahme auf Konsumphänomene in der Frauenbewegung und der feministischen Wissenschaft untersuchen. Wie haben sich die unterschiedlichen Strömungen und ihr Gesellschaftsbild in Bezug auf Konsum entwickelt? Welche Kritik übten die Frauenbewegungen am Umgang mit käuflichen Dingen? Inwiefern hat eine Thematisierung, Abgrenzung oder Aneignung von Konsum(-techniken) innerhalb der Strömungen der Frauenbewegung, der feministischen Wissenschaft und den Gender Studies stattgefunden?



Im Rahmen des Teilprojekts:

Konsum als Kulturtechnik



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