Konsumästhetik

Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen

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Dissertationsprojekt von Katja Gunkel

Zur Ästhetik des Imperfekten.

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Analoge Artefakte, digitale Simulakren
und die Re/Auratisierung des Virtuellen.

„Die wirklich ‚schönen‘ Dinge des Lebens […]; sie sind schön dann, wenn sie die Alltäglichkeit des Alltäglichen […] verklären können, indem sie die technischen, kommunikativen und sozialen Funktionalitäten des Alltags mit einem Schimmer versehen, der nicht nur unseren Sinnesorganen schmeichelt und unseren Geschmack befriedigt, sondern eine leise Ahnung davon vermittelt, was es hieße, ein zumindest in Momenten geglücktes Leben zu führen.“ (Konrad Paul Liessmann, Das Universum der Dinge. Zur Ästhetik des Alltäglichen, 2010, S. 40)

Das Dissertationsprojekt widmet sich der Kartierung und Analyse zeitgenössischer Bildformen und -ästhetiken im Web 2.0. Fokussiert werden hierbei insbesondere jene virtuellen Bilder, die mit Softwareapplikationen (Mobile Apps) für die integrierte Digitalkamera von Smartphones aufgenommen und durch die implementierte Vernetzung mit dem Kulturraum des Internets und dessen Anwendungen einer globalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Die titelgebende Ästhetik des Imperfekten dient der Forschung hierbei als methodischer Schlüssel beziehungsweise phänomenologische Kategorie, die als ein signifikanter Faktor innerhalb der medialen Bildervielfalt untersucht und auf diese Weise als besonders relevant für die wissenschaftliche Erfassung sowie Bewertung zeitgenössischer visueller Artikulationen herausgestellt werden soll.

Durch den optischen Verweis auf analoges Filmmaterial, Spuren des chemischen Bildentstehungsprozesses sowie die haptische Qualität unterschiedlicher Trägermaterialien des fotografischen Abzugs wird mittels präfigurierten Grafikfiltern versucht, das virtuelle Bild mit materiellen Qualitäten auszustatten, um – zumindest visuell – eine Materialerfahrung zu ermöglichen beziehungsweise an diese zu erinnern und der immateriellen Rastergrafik somit eine Materialität und Objekthaftigkeit (objectness) einzuschreiben.

Hierbei stellen sich unter anderem die folgenden Fragen: Welche Qualitäten analoger technischer Bilder (Fotografie wie Film) sollen ins Virtuelle hinüber gerettet werden? Auf welche Konnotationen zielt die digitale Mimikry ab? Welche Assoziationen und Bedeutungszuschreibungen werden ausgelöst? Wie sind diese Hybridbilder beschaffen?



Im Rahmen des Teilprojekts:

Konsum-Objekte im bewegten Bild,
Bildkonsum und Bildproduktion



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Zur Ästhetik des Imperfekten.