Konsumästhetik

Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen

X

11. und 12. Oktober 2013

Popmusik und Marke

WORKSHOP MÜNSTER
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„Money can’t buy me love“ wussten die Beatles schon 1964, und vielleicht ist in dieser selbstreflexiven Sentenz die Antwort auf die Frage zu suchen, warum das Verhältnis der Popmusik zur Markt- und Konsumkultur, die sie doch allererst hervorgebracht hat und aufs engste mit ihr verwoben bleibt, bis heute ein angespanntes ist – versteht sich die Popmusik doch seit ihren Anfängen in den 1960er Jahren auch als Gegen- und Protestkultur, die den kapitalistisch geprägten Alltag zu transzendieren verspricht. Demensprechend weisen die Songtexte der Popmusik (ausgenommen das Hip Hop-Genre) eine auffällige Markenabstinenz auf. Wenn Marken Erwähnung finden, dann lässt sich häufig eine gewisse Vorbehaltlichkeit oder eine Nähe zum Klamauk konstatieren. Umgekehrt ist Popmusik, im merkwürdigen Widerspruch zu diesem Befund, als Trägermedium ästhetischer Bedeutungscodes in den transmedial operierenden Werbefilmen der Gegenwart präsenter denn je.

Das eigentümliche Interdependenzverhältnis zwischen Popmusik- und Markensemiose wurde im zweitägigen Workshop in Impulsvorträgen, Diskussions- und Arbeitsphasen diskutiert. Neben den Mitgliedern der Forschergruppe lieferten der Musikkritiker, Poptheoretiker und Kulturwissenschaftler Diedrich Diederichsen (Wien), der Literaturwissenschaftler und Medientheoretiker Urs Meyer (Fribourg/Schweiz) und der Professor für Theorie, Ästhetik und Geschichte der Populären Musik, Christoph Jacke (Paderborn), instruktiven Experten-Input für die weitere Forschung an den Teilprojekten. Dabei wurden die systemischen, juristischen, ökonomischen, kulturellen und medialen Umgebungen der Texte ebenso in den Blick genommen wie ihre jeweiligen poetischen und ästhetischen Verhandlungsformen.

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